Fragen & Antworten
Du hast Fragen zu Registrierung, Spende oder Ablauf?
Kein Problem – hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Stammzellspende. Wenn du darüber hinaus noch etwas wissen möchtest, melde dich gern direkt bei uns.
Wurde deine Frage nicht beantwortet?
Allgemeine Fragen
Das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR) ist eine der größten, überregional arbeitenden Spenderdateien in Deutschland.
Wir setzen uns dafür ein, dass Blutkrebspatienten eine Chance auf ein neues, gesundes Leben bekommen. Die Hilfsbereitschaft ist groß: Fast 40 Millionen Menschen haben sich bislang weltweit typisieren lassen. Sie alle möchten Leben retten. Allein in Deutschland sind aktuell rund 10 Millionen mögliche Spender in unseren Dateien verzeichnet. Und jeder einzelne von ihnen kann einem Blutkrebspatienten die Hoffnung auf ein neues Leben schenken. Das ist großartig, aber unser Engagement muss noch größer werden.
Trotz dieser enormen Hilfsbereitschaft haben wir noch immer viel zu wenig Spender. Für jeden zehnten Betroffenen kommt jede Hilfe zu spät. Das wollen wir ändern. Und das können wir gemeinsam mit Euch ändern, Tag für Tag!
Ganz einfach! Dazu liefern wir ein Typisierungs-Set nach Hause. Darin sind drei Wattestäbchen für einen Abstrich von der Wangenschleimhaut enthalten. Das Ganze dauert nur einen Moment, der aber Großes bewirken kann.
Dann bitte alle drei Wattestäbchen und die ausgefüllte Einverständniserklärung zu uns zurückschicken. Der Abstrich wird im Labor untersucht, die Ergebnisse werden in die Datenbank eingetragen und stehen sofort für die weltweite Spendersuche zur Verfügung – selbstverständlich anonymisiert.
Gratuliere! Deine Registrierung als möglicher Spender ist abgeschlossen.
Die Änderung Deiner Kontaktdaten kannst Du uns jederzeit ganz einfach über unser Kontaktformular mitteilen oder unter dem Punkt Daten ändern selbstständig vornehmen.
Wer sich beim NKR als Stammzellspender:in registrieren möchte, muss zwischen 16 und 50 Jahre alt sein. Spenden ist ab dem 18. Lebensjahr möglich. Voraussetzung ist ein guter allgemeiner Gesundheitszustand ohne schwere chronische Erkrankungen. Zudem muss ein Wohnsitz in Deutschland bestehen.
Blutkrebs bezeichnet bösartige Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems. Blutzellen, die im gesunden Körper zum Beispiel Infektionen bekämpfen oder Sauerstoff transportieren, sind gestört, entwickeln sich in krankhafter Weise und können ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen.
Die verbreitetsten Blutkrebserkrankungen sind die Leukämien. Hier kommt es zu einer starken Vermehrung von unreifen und damit funktionsunfähigen weißen Blutkörperchen. Bleiben Behandlungen mit Medikamenten, zum Beispiel eine Chemotherapie, erfolglos, ist eine Stammzellspende für viele todkranke Patienten oft die letzte Überlebenschance.
Typisierung
Nein. Die Eintragung in mehreren Registern ist eine doppelte Kostenbelastung und könnte auch zu Problemen bei der Spendersuche führen.
Die Daten aller Dateien in Deutschland werden im Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) in Ulm anonymisiert gesammelt. Wer also als Spender passen könnten, wird von „seiner“ Datei informiert.
Das ist nicht nötig. Bitte ruf uns an und wir überprüfen, ob Du bei uns registriert bist. Wenn nicht, kann bei allen anderen Dateien in Deutschland nachgefragt werden. Dazu ist auf der Homepage des ZKRD eine Liste aller Dateien mit den jeweiligen Kontaktdaten und Ansprechpartnern online.
Nein, bei einer Familientypisierung werden die Daten nicht weitergegeben. Aber Du kannst Deine Untersuchungsergebnisse erfragen und an uns weiterleiten.
Gerne schicken wir Dir eine Einverständniserklärung zu. Sobald sie uns unterschrieben vorliegt, erhältst Du eine Spendernummer und gehörst dann zum weltweiten Netzwerk der Lebensretter.
Auch Schwangere können sich typisieren und ins Register aufnehmen lassen. Das ist kein Problem. Die Schwangerschaft hat keine Auswirkung auf die Untersuchungsergebnisse.
In der Datei werden Schwangere, die uns informieren und den voraussichtlichen Geburtstermin mitteilen, bis 6 Monate nach der Entbindung als potenzielle Spenderin für die Stammzellspende gesperrt. Auch während des Stillens ist eine Spende nicht möglich. Danach werden die Daten wieder für Anfragen freigegeben.
Bei der Ersttypisierung werden die Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) bestimmt. Für eine Transplantation müssen möglichst viele, optimal alle zehn Gewebemerkmale zwischen Patient und Spender übereinstimmen. Ein häufiges Missverständnis: Die Blutgruppe spielt dabei keine Rolle.
Oft kommt es erst Jahre nach der Registrierung zu einer konkreten Anfrage an den potenziellen Stammzellspender. Daher erfolgt erst dann, wenn es konkret wird, eine Blutuntersuchung auf bestimmte Infektionsparameter, z. B. HIV oder Hepatitis (B und C).
Einige schwere und chronische Erkrankungen sind Ausschlusskriterien für die Registrierung als Spender. Hierzu zählen unter anderem Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems, des Blutes oder Immunsystems sowie Krebserkrankungen. Details findest du bei der Registrierung.
Stammzellspende
Eine Stammzellspende ist notwendig, wenn das blutbildende System eines Menschen nicht mehr richtig funktioniert – meist aufgrund einer schweren Erkrankung wie Blutkrebs (z. B. Leukämie), Lymphdrüsenkrebs oder angeborener Blutkrankheiten. In vielen Fällen ist die Transplantation gesunder Stammzellen die einzige Chance auf Heilung, vor allem wenn Chemotherapie oder andere Behandlungen nicht ausreichen. Voraussetzung ist ein:e passende:r Spender:in mit nahezu identischen Gewebemerkmalen – weshalb jede Registrierung zählt.
Die Chance, der genetische Zwilling eines Kranken zu sein, ist leider nicht allzu hoch. Nur ca. 10 Prozent aller registrierten Spender kommen für eine mögliche Spende und damit eine Bestätigungstypisierung in Frage. Und auch dann, nach sorgfältiger Prüfung, spenden nur 1 Prozent tatsächlich.
Blutstammzellen sind die Mutterzellen unseres Blutes. Aus ihnen entstehen neue Blutzellen, auch diejenigen, die für unser Immunsystem zuständig sind. Blutzellen haben eine begrenzte Lebensdauer und werden im Knochenmark der großen Knochen wie dem Beckenkamm ständig neu gebildet. Vom Knochenmark gehen sie dann in die Blutbahn über, um dort ihre lebenswichtigen Aufgaben zu erfüllen.
Ja, das verlangt das Gesetz: Laut 7. Buch des Sozialgesetzbuches – Gesetzliche Unfallversicherung – (SGB VII Art. 1 des Gesetzes vom 7.8.1996, BGBI. I S. 1254) sind nach § 2 alle Personen versichert, „die Blut oder körpereigene Organe, Organteile oder Gewebe spenden“, also alle Blutstammzellen-, Knochenmark- und Blutspender.
Für unsere Blutstammzellen- und Knochenmarkspender schließen wir außerdem eine zusätzliche private Spender-Versicherung ab.
Das Knochenmark ist das wichtigste blutbildende Organ des Menschen. Es enthält verschiedene Vorläuferzellen der Blutzellen und befindet sich beim Erwachsenen im Inneren der großen Knochen des Körpers.
Das ist der Ort, an dem die Zellen des Blutes und des lymphatischen Abwehrsystems ständig neu gebildet werden. Die meisten dieser Zellen haben nur eine kurze Lebensdauer, einige nur wenige Tage. Deshalb ist die Funktion des Knochenmarks, seine ständige Neubildung und der Nachschub an Zellen lebensnotwendig. Gifte, Viren, Strahlung und andere Schadstoffe können das Knochenmark jedoch schädigen, denn es ist sehr empfindlich.
Das Knochenmark darf nicht mit dem Rückenmark verwechselt werden, das einen Teil des Nervensystems darstellt.
Bei HLA-Gewebemerkmalen handelt es sich um Oberflächenmerkmale auf Körperzellen. Mit ihrer Hilfe erkennt das Immunsystem nicht nur Krankheitserreger, sondern unterscheidet auch zwischen eigenem und fremdem Gewebe.
Damit die Stammzellen eines fremden Spenders dem Patienten helfen können, müssen die Spender-und Empfängermerkmale übereinstimmen. Dann spricht man vom „genetischen Zwilling“.
Eine weitere Möglichkeit, die heute allerdings nur noch selten in Betracht kommt, ist die Entnahme von Blutstammzellen aus dem Beckenknochen. Der Eingriff erfolgt stationär und unter Vollnarkose. Dabei wird ca. 1 Liter Knochenmark-Blutgemisch aus beiden Beckenknochen gewonnen. Der gesunde Spender leidet nicht darunter. Das entnommene Knochenmark wird innerhalb von 2 bis 3 Wochen wieder nachgebildet.
Die Entnahme peripherer Blutstammzellen ist heute das am Häufigsten praktizierte Verfahren bei der Stammzellspende. Die zur Transplantation benötigten Stammzellen werden dabei direkt aus dem Blut des Spenders gewonnen. Diese Entnahme ist mit einer längeren Blutspende vergleichbar.
Vorab wird dem Spender das körpereigene Hormon G-CSF verabreicht, um das Knochenmark zu einer vermehrten Bildung von Blutstammzellen anzuregen. Dieser Überschuss an Blutstammzellen wird dann in das zirkulierende Blut ausgeschwemmt und kann über einen Zellseparator entnommen werden. Üblicherweise werden die Stammzellen an 1 bis 2 Tagen aus dem Blut herausgefiltert.
Für die Entnahme der Blutspenden ist weder eine Narkose noch ein stationärer Aufenthalt erforderlich. In Einzelfällen können während der Zeit der Hormongabe Nebenwirkungen auftreten – leichte Schmerzen wie bei einer Grippe.
In sehr seltenen Fällen kann es bei beiden Methoden zu allergischen Reaktionen kommen – zum Beispiel auf das verabreichte Medikament zur Mobilisierung der Stammzellen. Bei der Entnahme aus dem Beckenkamm kommen noch allgemeine Narkoserisiken hinzu. Um die Risiken weitestgehend auszuschließen, wirst du bei beiden Entnahmemethoden vorab in der Entnahmeklinik gründlich untersucht sowie vor, während und nach der Stammzellspende medizinisch betreut.
Finanzielle Unterstützung
Jede Typisierung kostet ca. 40 Euro. Als gemeinnützige Organisation ist das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellspender-Register auf Spenden angewiesen.
Um den Erhalt der Organisation dauerhaft zu sichern und auch denjenigen eine Typisierung zu ermöglichen, die keinen finanziellen Spielraum für eine Ersttypisierung besitzen, ist das NKR auf Geldspenden angewiesen.
Für Spenden in Höhe von 300 Euro oder mehr stellen wir selbstverständlich gern eine Spendenbescheinigung aus und schicken sie zu. Dazu bitte Namen und Anschrift im Verwendungszweck nennen. Bei Zuwendungen unter 300 Euro genügt für die Steuererklärung der Nachweis des Einzahlungsbeleges.
Noch mehr Wege, Leben zu retten
Spender werden
Mit deiner Stammzellspende kannst du einem Menschen neue Hoffnung schenken – vielleicht sogar das Leben retten. Die Registrierung ist einfach, aber sie kann alles verändern. Werde jetzt Spender!
Geld spenden
Du kannst dich leider nicht registrieren oder möchtest darüber hinaus noch helfen? Für jede Typisierung entstehen Laborkosten von rund 40 Euro, die ausschließlich mit Geldspenden finanziert werden. Jeder Euro hilft!
Partner werden
Übernehmen Sie Verantwortung: Unterstützen Sie das NKR als sinnstiftendes Projekt Ihres Unternehmens. So helfen Sie, Blutkrebs zu bekämpfen und zeigen gesellschaftliches Engagement.


