Alles zur Stammzellspende
Der Weg zur Stammzellspende im Überblick
Blutkrebs geht uns alle etwas an, denn wir alle tragen ein mögliches Heilmittel in uns. Vielleicht weißt du es noch nicht: Aber du könntest der Mensch sein, der das Leben eines anderen rettet. Ob jemand aus deinem Freundes- oder Familienkreis – oder jemand, den du nie kennenlernen wirst. Aber was bedeutet das konkret? Welche Rolle spielt dabei die Stammzellspende? Und was kommt dabei auf dich zu? Hier findest du die Antworten.

13.500
Menschen in Deutschland erkranken im Jahr an Leukämie
10 %
der registrierten Spender:innen kommen für eine Spende in Frage
Rund um die Spende
Der Weg zur Stammzellspende ist einfach: Er beginnt mit der Ersttypisierung und der Aufnahme in die Spenderdatei des NKR.
Dazu genügt ein Wangenabstrich oder eine kleine Blutprobe (2 ml), sowie dein schriftliches Einverständnis zur Spende – jederzeit widerrufbar. Im Labor werden deine Gewebemerkmale erst analysiert und dann wirst du anonym im ZKRD gelistet.
Ab diesem Moment stehst du weltweit als potenzielle:r Spender:in zur Verfügung – und könntest einem Menschen das Leben retten.
Wer kann Stammzellen spenden?
Jede gesunde Person im Alter zwischen 18 und 50 Jahren kann sich in die Spendendatei der NKR aufnehmen lassen. Um herauszufinden, ob du die Voraussetzungen als Stammzellspender oder -spenderin erfüllst, kannst du einen schnellen Selbst-Check machen.

Aufklärung über die Stammzellspende
Es gibt ein paar Erkrankungen, die dich von einer Stammzellspende ausschließen können. Der Ausschluss hängt dabei von der Schwere der Erkrankung ab und gilt auch nicht generell lebenslang. Die endgültige Entscheidung über den Ausschluss kann manchmal erst getroffen werden, wenn konkret eine Spende bevorsteht. Allerdings sollten sich keine Spender:innen registrieren, die nur mit geringer Wahrscheinlichkeit bei Bedarf tatsächlich spenden können.
Dies können Ausschlusskriterien für eine Spende sein:
Wie aufwändig ist eine Stammzellspende?
Alle Kosten (inkl. Anreise, Medikamente, Ausfallzeit & medizinische Betreuung) werden vollständig übernommen. Der medizinische Aufwand wiederum hängt für dich von der Art der Spende ab:
Die häufigere peripheren Blutstammzellspende ist vergleichbar mit einer Blutspende und du kannst meist schnell wieder deinen Alltag aufnehmen.
Bei der Knochenmarkspende aus dem Beckenkamm handelt es sich um einen kleinen operativen Eingriff unter Vollnarkose mit einem ca. dreitägigen Klinikaufenthalt.
Du entscheidest dabei selbst, ob du nur für eines oder beide Spendenverfahren zur Verfügung stehst.
Welche Risiken oder Nebenwirkungen einer Stammzellspende erwarten mich?
Ja, es kann Nebenwirkungen geben. Sie sind meist mild, vorübergehend und hängen von der Art der Spende ab: In Einzelfällen kann sich die Entnahme peripherer Blutstammzellen (90% aller Spenden) und die Zeit der Hormongabe anfühlen wie eine Grippe mit leichten Knochenschmerzen.
Bei der Knochenmarkspende (10% aller Spenden) unter Vollnarkose können Schmerzen an der Entnahmestelle oder allgemeine Narkoserisiken auftreten. Komplikationen sind eher selten und Langzeitfolgen nach aktuellem Stand der Forschung nicht bekannt. Zudem findet vor jeder Spende eine gründliche medizinische Untersuchung statt – nur gesunde Personen werden überhaupt zugelassen.
Wie geht es mir und meinem Körper nach der Stammzellspende?
Die gute Nachricht: Die meisten Stammzellpender fühlen sich kurz nach der Spende schon wieder fit. Wie schnell du dich erholst, hängt unter anderem davon ab, wie die Stammzellen entnommen wurden.
Stammzellen können deinem Körper nämlich auf zwei Wegen entnommen werden:
Periphere Stammzellspende aus der Armvene
Bei diesem Verfahren werden dir deine Stammzellen aus dem Blut entnommen – ähnlich einer längeren Blutspende. Im Anschluss könntest du Müdigkeit oder Abgeschlagenheit mit grippeähnlichen Symptomen wie Glieder- und Kopfschmerzen empfinden. Letzteres liegt an den verabreichten Medikamenten, die die Stammzellen im Blut anreichern sollen. Diese Nebenwirkungen verschwinden meist nach ein bis zwei Tagen. Für die Entnahme wirst du an einen sogenannten Zellseparator angeschlossen. Damit werden aus deinem Blut weiße Blutkörperchen (Leukozyten) entnommen, das restliche Blut wird dir dann wieder zugeführt. Die Prozedur selbst ist schmerzfrei und bei vollem Bewusstsein. Viele Spender berichten, dass sie kaum etwas gespürt haben und sich nach wenigen Stunden wieder ganz normal fühlen.
Knochenmarkspende aus dem Beckenkamm
Hier werden deine Stammzellen aus dem sogenannten Kamm des Beckenknochens entnommen (Wichtig: Das hat nichts mit dem Rückenmark oder der Wirbelsäule zu tun.). Deshalb kann es etwas länger dauern, bis man sich wieder fit fühlt. Das liegt daran, dass man die Entnahme in Narkose und mittels Entnahme durch eine Nadel durchgeführt. Nach dem Eingriff ist erstmal ein Tag Bettruhe angesagt und auch wenige Tage danach ist es besser, den Körper zu schonen. Leichte Wundschmerzen und Druck an der Eintrittsstelle sind nicht ungewöhnlich, verschwinden jedoch schnell wieder.
Noch Fragen offen?
Kein Problem – hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Stammzellspende.
Noch mehr Wege, Leben zu retten
Spender werden
Mit deiner Stammzellspende kannst du einem Menschen neue Hoffnung schenken – vielleicht sogar das Leben retten. Die Registrierung ist einfach, aber sie kann alles verändern. Werde jetzt Spender!
Geld spenden
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